Hof Föhrenlicht
Mit dem Betrieb in Brandenburg hat sich Rudi Mixdorf einen Kindheitstraum erfüllt; trotz widriger Bedingungen setzt er auf Ökoanbau. Denn Aufgeben ist für ihn keine Option. Nun hat BioBoden Flächen für ihn sichern können.
Informationen zum Hof
Landwirt:
Rudi Mixdorf
Lage:
Schönberg (Brandenburg)
Bewirtschaftung:
Ackerbau, Tierhaltung
Anbauverband:
Bioland
Wenn wir dabei helfen können, dass ein Kindheitstraum weiterwachsen darf, stehen wir gerne bereit. Rudi Mixdorf ist auf dem Land aufgewachsen und wollte nach seinen eigenen Worten schon immer Landwirt werden, obwohl seine Eltern keinen Hof hatten. Um Tier und Natur trotzdem nah zu sein, entschied sich der heute 33-Jährige für ein Studium der Tiermedizin – doch der Traum vom Landwirt ließ ihn einfach nicht los, weshalb er einfach klein anfing: Er startete mit zwei Hektar Land, einem alten Traktor und Bienen. Es war der Beginn von etwas Größerem.
Heute bewirtschaftet er im Nebenerwerb auf Hof Föhrenlicht mitten in der Märkischen Landschaft bei Schöneberg nordwestlich von Berlin knapp 100 Hektar Land. Es gibt eine Direktvermarktung mit Gemüse und Getreide, selbst gepresstes Leindotteröl, Hühner, Pferde und bald auch Kühe. Für die Direktvermarktung seiner Ackerprodukte, vor allem Roggen, hat er sogar eine eigene Mühle gekauft, um eigene Strukturen aufbauen zu können. „So können wir besser vermarkten“, sagt Mixdorf. „Denn eine entsprechende Infrastruktur gibt es hier nicht, aber nur mit Direktvermarktung lässt sich hier auskömmliche Landwirtschaft betreiben.“
Das Umfeld ist schwierig. Viele der Landwirt*innen um seinen Hof herum haben sich auf Maisanbau für die Biogasproduktion spezialisiert, was den Boden über die Jahre ausgelaugt hat. „Hier geben die Betriebe reihenweise auf“, berichtet der Landwirt. „Es gibt immer weniger Familienbetriebe, die Höfe sind verschuldet, die Kosten steigen.“
Deswegen hat er sich für einen komplett anderen Weg entschieden: „Wir versuchen, vielfältigen, standortentsprechenden Ackerbau mit Kompostwirtschaft zu betreiben“, sagt er. „Das bedeutet, dass wir uns momentan auf den Anbau extensiver und älterer Pflanzensorten konzentrieren, die auch mit den widrigen Bedingungen unserer Standorte zurechtkommen sollen.“ Er experimentiert mit Elementen von Reductive Farming, regenerativer Landwirtschaft und Permakultur, um Böden, Pflanzen und Produkte resilienter gegen die klimatischen Veränderungen zu machen. Dazu gehört auch, dass er eigentlich gerne noch mehr Tiere für den Ackerbau hätte, damit die Flächen mehr Nährstoffe bekommen. Denn: „Da ist nichts mehr drin!“
BioBoden konnte für Mixdorf einige Hektar Land sichern, die ihm helfen, seinen Traum weiterzuleben. „Wenn wir Jungen nicht durchhalten, wird es schwierig. Wir müssen neue Wege gehen.“ Und wenn man ihn fragt, warum er sich unter diesen schwierigen Bedingungen derart ins Zeug legt, sagt er: „Weil ich es nicht lassen kann. Wenn ich es nicht mache, wer macht es dann? Dann bleiben nur die Agrarholdings, die Mais für Biogas auf den Flächen anbauen. Und dann gibt es keine Bauern mehr.“ Wir freuen uns, Mixdorf nun in der BioBoden Familie willkommen heißen und unterstützen zu dürfen.