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Gathmann Michaelis und Freunde | Hof Dörr

Hof Dörr

BioBoden hat für den elterlichen Hof von Franziska Dörr Ackerland gesichert — damit die Umstellung auf Demeter und ihr Traum von einem lebendigen Landleben wahr werden.

In­for­ma­tio­nen zum Hof

Landwirte:
Franziska Dörr und Gregor Scholz

Lage:
Gilsa (Hessen)

Bewirtschaftung:
Tierhaltung (Rinder, Schafe, Schweine), Ackerbau, Hof-Café, Solawi und Martktwagen

Anbauverband:
Demeter

Website

Als Franziska Dörrs Vater 2016 schwer erkrankte, stellte sich die Frage nach der Hofnachfolge früher als erwartet. Der konventionelle Betrieb in hessisch beengter Dorflage bot weder eine klassische Hofstelle noch eine traumhaft arrondierte Alleinlage – trotzdem entschieden sich Franziska und ihr Mann Gregor Scholz dem Betrieb eine Zukunftsperspektive zu geben. Und das, obwohl die beiden ausgebildeten Landwirte zu dem Zeitpunkt noch einen Pachthof in der Nähe von Soest (NRW) bewirtschafteten. Im Sommer 2017 begannen sie mit der Umstellung des Hofs auf ökologische Landwirtschaft.. „Unsere Kühe werden wieder auf die Weide gehen“, sagte die Landwirtin damals. „Unser Ackerbau soll nicht nur Ertrag bringen, sondern auch für blühende Landschaften sorgen.“ Warum begibt man sich in ein solches Wagnis, von dem alle abraten? Warum versucht man, in Gilsa, einem winzigen Dorf zwischen Kassel und Marburg, eine vielfältige Landwirtschaft mit Tierhaltung aufzubauen? „Wir wollen nicht weichen. Nicht tatenlos zusehen, wie bäuerliche Betriebe sterben, Großbetriebe immer größer werden und Hofstellen ihren Nutzen verlieren“, so die Landwirtin. 2021 verließen sie den Pachtbetrieb in NRW und zogen mit allen Tieren nach Gilsa. Glücklicherweise hatte BioBoden gerade das alte Gasthaus des Orts mitsamt 3.000 m² Grundstück und Scheune gesichert, auch die dazugehörigen 3,5 Hektar Fläche. Dort konnten die beiden mit Gregors Kindern einziehen und sich neu sortieren. Ohne klassische Hofinfrastruktur wie Milchviehstall oder Getreideanlage wurde viel improvisiert. Die Tierhaltung wurde verkleinert, die Milchviehhaltung schweren Herzens vorerst zur Mutterkuhhaltung gewandelt. Gleichzeitig versuchten sie Chancen zu nutzen: Flächeneigentümer die ökologisch verpachten wollten, sorgten für Flächenwachstum. Geschick, Engagement und nicht zuletzt die Flurbereinigung, die bis 2028 abgeschlossen sein soll für eine Erweiterung und Arrondierung der Grünlandfläche und das Einzäunen von zwei großen Weidearealen. Zuletzt wurde noch eine Solidarische Landwirtschaft gegründet, die eine Gruppe von 20 Menschen mit frischem Gemüse, aber auch Brot, Eiern und zukünftig sogar Nudeln aus Hofgetreide versorgt.

Die Bewirtschaftung eines ökologischen Hofs sehen die beiden als „Keimzelle“ für Entwicklung.

Als einen solchen Orten etablieren sie das bereits von Franziska erbaute und betriebene Landcafé. Der „Stammtisch“ trifft sich Donnerstags und Sonntags, daraus sind bereits der Chor „Die Gilsaer Krähen“, ein Blechblasensemble und zuletzt die Wohnungsgenossenschafts-Initiative entstanden.

Das ist Franziska Dörr und Gregor Scholz wichtig, denn sie verfolgen mit ihrem Hof noch größere Ziele. „Man muss etwas in und aus der Region machen, sonst sterben die Dörfer aus“, BioBoden hat für Hof Dörr nun Flächen gesichert, damit die Vision gelingt. Denn auch wir sind davon überzeugt, dass ökologische Bewirtschaftung Orte beleben und damit zur Entwicklung im ländlichen Raum beitragen kann.

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