Praktikum in der Landwirtschaft


Die BioBoden Genossenschaft sichert Anbaufläche für die Biolandwirtschaft. Dafür arbeiten wir eng mit landwirtschaftlichen Betrieben zusammen. An unserem Sitz in Rothenklempenow oder auf einem unserer Partnerbetrieben bieten wir vielfältige Einblicke in die Tätigkeiten auf einem Landwirtschaftsbetrieb.

Je nach Situation kann es sich für den Praktikanten um ein Pflichtpraktikum, ein freiwilliges Praktikum oder eine Orientierung vor bzw. nach dem Abschluss handeln. Nach abgeschlossener Berufsausbildung oder dem Studium könnte sich außerdem eine Perspektive für den Berufseinstieg in einem unserer Partnerbetriebe ergeben.

Das Praktikum kann nach Interesse kaufmännisch oder landwirtschaftlich ausgerichtet sein. Die Dauer des Praktikums wird im Einzelfall vor Beginn abgestimmt. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass eine Dauer von mindestens drei Monaten sinnvoll ist.

Mitgebracht werden sollten neben Teamfähigkeit, Interesse am Bio-Landbau und allgemeine Erfahrungen in der Landwirtschaft. Das Praktik ist vergütet und in der Regel wird eine Unterkunft zur Verfügung gestellt. Gerne schreiben wir zum Ende des Praktikums ein ausführliches Zeugnis.

Praktikum, wo andere Urlaub machen

Mein Name ist Sarah, ich bin 23 Jahre alt, Bachelorabsolventin der Agrarwissenschaften und habe von November 2015 bis März 2016 ein Praktikum bei der BioBoden Genossenschaft in Rothenklempenow gemacht. Rothenklempenow liegt in Mecklenburg Vorpommern unmittelbar an der polnischen Grenze. Eines der dünn besiedeltesten und weitläufigsten Regionen Deutschlands. Es ist eine sehr naturbelassene Region, wo sich sogar der Wolf und viele andere Wildtiere wohlfühlen. Während meines Praktikums war ich auf drei Partnerbetrieben von BioBoden tätig. Alle Betriebe halten Mutterkühe. Weitere Betriebsschwerpunkte sind die Bullenmast, Landschaftspflege und der Ackerbau. Ich wurde in viele verschiedene Tätigkeitsbereiche aktiv eingebunden. Folgend möchte ich einige Beispiele nennen.

Herdenmanagement bei den Mutterkühen

Zu meinen regelmäßigen Aufgaben gehörten Herdenkontrollfahrten die jeden Tag auf den Betrieben anstehen. Hierbei wird u.a. der Gesundheitszustand, die Versorgung der Tiere und der Weidezaun kontrolliert. In der Periode der Abkalbung wird zusätzlich nach kalbenden Tieren geschaut und gegebenenfalls Geburtshilfe geleistet. Des Weiteren werden die Ohrmarken bei den neugeborenen Kälbern eingezogen. Ein großes Highlight im November war der Weideabtrieb einer Färsenherde, die während der Sommermonate auf einer Naturschutzinsel grasen. In einer großen Aktion wurden die Tiere mit einem Schwimmponton wieder zurück aufs Festland gebracht. Bei Arbeiten mit dem Fangstand konnte ich ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen und habe dabei das Arbeiten mit drei unterschiedlichen Systemen kennengelernt.

Ackerbau und Landschaftspflege

In den Wintermonaten ist im Bereich des Ackerbaus und der Landschaftspflege leider nicht so viel zu lernen und zu sehen, jedoch konnte ich zu Beginn und zum Ende hin noch einige interessante Dinge mitnehmen. In der Landschaftspflege wurde ich beim Aufbau eines Vogelschutzprojektes mit Wiesenbrütern involviert. Bei Besprechungen für weitere Landschaftspflegeprojekte konnte ich einen Einblick in Projektkonzepte im Naturschutz erhalten. Im Ackerbau habe ich die ersten Züge der Bodenbearbeitung und der Aussaat mitbekommen und beim Einstellen der Maschinen geholfen.

Büroarbeit und Unternehmensführung

Ich konnte zu vielen Zeiten Einblicke in die Büroarbeit und die Art der Unternehmensführung der Betriebsleiter bekommen. So habe ich Einblicke in das Personalmanagement, die Pachtverwaltung, die Betriebsplanung und in Verhandlungsgespräche bekommen. Über die Betriebe hinaus konnte ich mich auch bei BioBoden direkt einbringen. Vor allem der kaufmännische Bereich war dort eine ganz besondere Erfahrung für mich. Von einer Inventarverwaltung bis zur Mitarbeit an Betriebsentwicklungsplänen konnte ich einen sehr umfangreichen Einblick in die Tätigkeiten der Genossenschaft bekommen. Zudem war ich bei Veranstaltungen wie der Biofach in Nürnberg dabei, nahm an einem Kompostseminar teil und war mit dem Traktor zur "Wir haben es satt" Demo für und mit BioBoden unterwegs.

Rückblickend kann ich sagen, dass mir das Praktikum sehr gut gefallen hat und ich viel lernen konnte. Gerade im Bereich der Betriebsleitung und der stretegischen Planung konnte ich sehr viel lernen. Es war für mich persönlich besonders spannend gerade in einer sehr schwach besiedelten Region herauszufinden, ob es möglich ist sich als "fremder" ein soziales Umfeld innerhalb von so kurzer Zeit aufzubauen. Und in der Tat habe ich dort Freunde gefunden und war schlussendlich auch traurig als ich wieder gegangen bin. Die Vorfreude auf mein Masterstudium in ökologischer Landwirtschaft in Witzenhausen hat mir den Abschied jedoch etwas leichter gemacht. Von Seiten der Betriebe und der BioBoden Genossenschaft wurde ich herzlich und gut betreut.

Juni 2016, Sarah Hoffmanns